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Zwischen Umbruch und Neubeginn: Warum Mütter Begleitung verdienen

Autorenbild: muttertaet.de
muttertaet.de
28. Sept.
2 Min. Lesezeit

Mit der Geburt eines Kindes wird eine Frau zur Mutter – zumindest auf dem Papier. Innerlich beginnt jedoch ein Entwicklungsprozess, der weit über Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett hinausreichen kann: die Matreszenz, auf Deutsch Muttertät.


Ähnlich wie in der Pubertät verändern sich in dieser Lebensphase viele Bereiche gleichzeitig. Der Körper wandelt sich, Gefühle und Bedürfnisse können sich verschieben und die eigene Identität wird neu ausgehandelt. Auch Partnerschaft, Freundschaften, Beruf und persönliche Werte erscheinen möglicherweise in einem anderen Licht. Dieser Wandel kann bereichernd sein – aber ebenso verunsichern, überfordern oder mit widersprüchlichen Gefühlen verbunden sein.


Das Wissen um die Matreszenz hilft, diese Erfahrungen nicht vorschnell als persönliches Versagen oder psychische Störung zu bewerten. Viele Irritationen können Teil eines normalen, wenn auch herausfordernden Entwicklungsprozesses sein. Gleichzeitig ist es wichtig, Belastungen ernst zu nehmen und bei Bedarf professionelle Unterstützung anzubieten.


Mütterpflege: Die Mutter in den Mittelpunkt rücken

Eine der möglichen Formen der Unterstützung kann die Mütterpflege sein. Während sich nach der Geburt vieles auf das Baby konzentriert, richtet eine Mütterpflegerin den Blick bewusst auch auf das Wohlergehen und die Erholung der Mutter.


Mütterpflegerinnen begleiten Frauen und Familien bspw. während der Schwangerschaft und im Wochenbett. Sie können im Haushalt entlasten, Mahlzeiten zubereiten, kleine Einkäufe übernehmen, Geschwisterkinder betreuen oder der Mutter Ruhezeiten ermöglichen. Je nach Ausbildung und Angebot geben sie außerdem Orientierung bei Fragen rund um das Wochenbett, Stillen, Säuglingspflege, Entspannung und den neu zu organisierenden Familienalltag. Dabei ersetzt die Mütterpflege keine Hebamme sondern ergänzen diese Versorgung durch alltagspraktische und soziale Unterstützung im häuslichen Umfeld.


Gerade aus der Perspektive der Matreszenz ist diese Begleitung besonders wertvoll: Sie trägt der Tatsache Rechnung, dass nicht nur ein Kind geboren wird, sondern auch eine Mutter entsteht. Entlastung schafft Raum, damit die Frau körperlich genesen, ihre neuen Erfahrungen verarbeiten und Schritt für Schritt in ihre veränderte Rolle hineinwachsen kann. Mütterpflege ist damit mehr als Haushaltshilfe – sie kann eine wichtige Ressource in einer tiefgreifenden Übergangsphase sein.


In Beitrag von Prof. Dr. Svenja Krämer und Celina Beck „Zwischen Umbruch und Neubeginn: Die Matreszenz“, erschienen in der Fachzeitschrift Hebammen Wissen, beleuchten wir die unterschiedlichen Veränderungen des Mutterwerdens und die Bedeutung einer mütterzentrierten Begleitung. Denn Mutterwerden geschieht nicht in einem einzigen Moment. Es ist ein Weg – und dieser Weg verdient Wissen, Verständnis, praktische Entlastung und Raum. Zum Fachartikel bei Springer Nature


Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine solche Unterstützung über die gesetzliche Krankenkasse als Haushaltshilfe beantragt werden. Über Bewilligung, Umfang und Dauer entscheidet die jeweilige Krankenkasse.


Wissenschaftliches Wissen für die Begleitung von Müttern

Wer Mütter und Familien begleitet, braucht nicht nur praktische Erfahrung und Einfühlungsvermögen, sondern auch fundiertes Wissen über die tiefgreifenden Veränderungen der Muttertät. Deshalb qualifizieren wir in unserem Online-Fachkräftekurs zur Matreszenz Mütterpflegerinnen und alle weiteren Fachpersonen, die mit Müttern und Familien arbeiten.


Der Kurs vermittelt wissenschaftlich fundiertes Wissen über die körperlichen, psychischen, sozialen, partnerschaftlichen, beruflichen und spirituellen Veränderungen des Mutterwerdens. Dieses Wissen hilft Fachkräften, die Erfahrungen von Müttern besser einzuordnen, sensibel zu begleiten und passende Unterstützung anzubieten – ohne normale Entwicklungsprozesse vorschnell zu problematisieren.


 
 
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