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Ein Wichtel zieht ein – und die To-do-Liste gleich mit

Autorenbild: muttertaet.de
muttertaet.de
12. Okt.
2 Min. Lesezeit

Eine winzige Tür an der Fußleiste. Kleine Fußspuren auf dem Boden. Ein Brief, der morgens wie von Zauberhand vor der Tür liegt. Ich gebe es zu: Wichtel können wirklich süß sein. Auf Instagram sehen sie sogar sehr süß aus. Dort haben sie liebevoll eingerichtete Wohnungen, treiben originelle Streiche und hinterlassen gelegentlich eine Kleinigkeit. Man möchte fast selbst einen einziehen lassen.


Bis einem einfällt, dass der Wichtel seine Briefe nicht selbst schreibt.


Hinter dem Zauber steckt jemand, der abends noch eine Idee braucht, morgens hoffentlich nicht vergisst, sie umzusetzen, und zwischendurch vielleicht schnell Mehlspuren vom Boden wischt. Was auf einem Foto nach einem kleinen Moment aussieht, kann im Familienalltag ein weiterer Punkt auf einer ohnehin gut gefüllten Liste sein.


Darüber habe ich auch in der Folge „Die zweite Pubertät: Warum Mutterwerden alles verändert“ von MAMA konkret kurz gesprochen. Der Wichtel war dabei für mich ein Beispiel für etwas Größeres: die vielen schönen Ideen und Erwartungen, die Familien begegnen. Jede für sich klingt machbar. Zusammen können sie ganz schön viel werden.


Gerade in der Muttertät verändert sich ohnehin so vieles. Der Alltag muss immer wieder neu sortiert werden, Bedürfnisse wollen gesehen, Beziehungen gestaltet und Aufgaben verteilt werden. Häufig sind es Mütter, die zusätzlich im Kopf behalten, wie der Advent für alle besonders schön werden könnte. Auch wenn sich andere Erwachsene ebenso um den Wichtel kümmern können und sollten: Seine Tür ist klein, der Platz auf der Mental-Load-Liste manchmal erstaunlich groß.


Trotzdem möchte ich niemandem den Wichtel ausreden. Ich mag die Vorstellung, dass Kinder morgens gespannt nach einem Brief schauen. Und ich kenne den Wunsch, bei diesem Zauber mitzumachen, obwohl für aufwendige Streiche und tägliche Basteleien gerade keine Zeit ist. So ist es bei mir selbst.

Deshalb habe ich meine kleine Wichtelskepsis in ein Buch verwandelt: Wichtelbriefe, die ohne weitere Aufgaben für die Familie auskommen. In jedem Brief erzählt der Wichtel eine kurze Geschichte über etwas, das Kinder beschäftigen kann – zum Beispiel Freundschaft, Fehler oder eine neue Umgebung. Am Ende steht eine Frage, über die man gemeinsam sprechen kann. Wenn gerade niemand Lust auf ein Gespräch hat, darf es auch einfach bei der Geschichte bleiben.


Vielleicht wohnt der Wichtel bei euch hinter einer wunderschön gebastelten Tür. Vielleicht liegt sein Brief einfach auf dem Frühstückstisch. Beides kann ein schöner Wichtelmorgen sein.


Für einen Blick ins Buch: WICHTELBRIEFE

 
 
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